Gemeinsam mehr rausholen

23.10.2018

OTC-Marken und Apotheker sollten sich verstärkt um die Generation Instagram kümmern

Sind Präsenzmessen überhaupt noch modern? Heute kann doch quasi jeder jeden 24/7 auf unzähligen Kanälen erreichen. In Bezug auf die expopharm 2018 hat das Publikum Anfang Oktober mit den Füßen abgestimmt: Mehr als 25.000 Fachbesucher aus dem In- und Ausland kamen auf die pharmazeutische Leitmesse Europas. Ihnen gegenüber standen mehr als 500 Aussteller. Aber es gibt auch Anlass zum Nachdenken. Erstmals seit 25 Jahren fehlten zum Beispiel die Linda-Kooperation und der dazu gehörige Marketing Verein Deutscher Apotheker auf der Messe. Branchengrößen wie Hexal, Stada und Klosterfrau blieben der Veranstaltung in München ebenfalls fern.

Quelle: ©Avoxa – Mediengruppe Deutscher Apotheker GmbH

Sicher, nach wie vor ist die expopharm ein wichtiger Branchentreff, ein gelernter Touchpoint sozusagen. Hier kommen vor allem OTC-Hersteller und unterschiedlichste Dienstleister mit bewährten Gesundheitsbotschaftern ins Gespräch. Denn genau das sind die Apotheken – wichtige Ansprechpartner für Verbraucher, wenn es um die Gesundheit geht. Das sollte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass da noch mehr geht. Nehmen wir die Digitalisierung – Schwerpunktthema der diesjährigen expopharm: Es wird sehr stark auf die betriebswirtschaftlichen Abläufe in den Apotheken fokussiert. Digitale Kommunikation, insbesondere als absatzfördernde Maßnahme gedacht, kommt noch zu kurz.

Ungehobenes Potenzial bei jüngeren Zielgruppen

So ist das digitale Potenzial von OTC-Marken in vielen Fällen groß und ungehoben. Ältere Menschen stellen einen großen Teil der Zielgruppe dar. Daher ist es zunächst einmal nachvollziehbar, dass die hinteren Seiten von Automobilclubzeitschriften und TV-Programm-Beileger nach wie vor höher im Kurs stehen als Instagram & Co. Und wenn sich OTC-Hersteller doch in die digitale Kommunikation wagen, greifen sie dabei oft bemüht wirkend auf hochwertige Ambassadoren zurück, die einen rein fachlichen Hintergrund aufweisen.

Aber was ist mit jüngeren Zielgruppen, die sich stärker online (und mobile) informieren und, sofern die Gelegenheit da ist, auf diesem Wege gleich versorgen? Hier müssen Marken mehr Mut und Kreativität beweisen, gerne gemeinsam mit den Apotheken. Sie sollten Inhalte mit Mehrwert anbieten, die im Sinne einer Vertriebsunterstützung Aufmerksamkeit und Bindung schaffen und der Generation Instagram eine Brücke in die Apotheke um die Ecke bauen. Denn solange die Konsultation von Dr. Google selbst bei Erkältungssymptomen regelmäßig zur Diagnose Hirntumor führt, sind die Expertise von Apothekern und PTA sowie das persönliche Beratungsgespräch nicht obsolet. Es geht jetzt um nicht weniger, als darum, die eigene Marke wettbewerbsfähig und den stationären Apotheker nachhaltig als relevanten Sales Point zu erhalten. Ein deutlich stärkerer Anteil digitaler Kommunikation und digitalen Marketings mit einer entsprechenden Performancestrategie ist dafür eine Voraussetzung.

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