Podcast

Rüdiger Scharf, Kunst gegen Komasaufen und die PR-Maschine DAK

Darum geht's in unserer 92. Podcast-Folge „Monsters of Content Marketing“

Dirk Benninghoff

Dirk Benninghoff

Chefredakteur

Haltung, Fakten, Kreationen: Unter diesem Dreiklang lässt sich die Kommunikation der DAK, einer der großen deutschen Krankenkassen, zusammenfassen. Kommunikationschef Rüdiger Scharf in der neuen Folge der Monsters of Content Marketing über starke Ideen gegen Alkoholismus und Rassismus, Clipping-Abräumer und Anrufe bei der BILD.

Was der Journalist Rüdiger Scharf mit dem PR-Profi Rüdiger Scharf  gemein hat? „Früher bin ich zu meinem Chefredakteur gegangen und habe gesagt: ‚Ich hab nen Aufmacher‘. Heute ruf ich bei der BILD an und sage: ‚Ich hab nen Aufmacher für euch‘“, sagt der DAK-Kommunikationschef in der neuen Folge der „Monsters of Content Marketing“. Weitere Parallele: Als Journalist – Scharf war 13 Jahre bei Axel Springer und der „Berliner Morgenpost“ – habe er gelernt, was Haltung bedeute.

Sein jetziger Arbeitgeber beweist davon eine ganze Menge. Die DAK, mit 5,5 Millionen Versicherten eine der großen Krankenkassen in Deutschland, fällt immer wieder durch starke Kampagnen auf – und das schon seit vielen Jahren. Eine Idee dazu sei ihm beim Joggen gekommen, schildert Rüdiger Scharf im Podcast. Der Fall des toten Schülers Lukas W. aus Berlin, der 2007 von einem Wirt mit mehr als 40 Tequila abgefüllt wurde und später verstarb, hatte ihn nachhaltig bewegt. Zeit für eine Kampagne: „Bunt gegen Blau“ oder „Kunst gegen Komasaufen“. Alkohol-Prävention auf kreative Art, „nicht mit erhobenem Zeigefinger“. Kinder und Jugendliche malen, was sie ihren Altersgenossen an Ratschlägen mit auf den Weg geben. Daraus ist ein Wettbewerb entstanden, der jetzt seit 17 Jahren besteht, an dem sich jedes Jahr zigtausend Schüler beteiligen und der erfolgreich ist: Die Zahl der Alkoholvergiftungen in Deutschland ist seit Jahren rückläufig. Mit dem Wettbewerb hatte die DAK frühzeitig Zeichen gesetzt. Rüdiger Scharf: „Ich habe einen Satz von meinem Vorstand gelernt: ‚Wir wollen der Mainstream von morgen sein.‘ Das passt gut zu meinem Ansatz.“

Ein anderes Thema, dem sich die DAK verschreibt, ist die Gemeinschaft. Denn „Einsamkeit macht krank“, wie Rüdiger Scharf sagt. Vor einigen Jahren gab es im Netz rassistische Ausfälle gegen die Krankenkasse. Auslöser war ein DAK-Plakat mit einem Schwarzen Mann und seiner weißen schwangeren Partnerin. Auch hier machten Scharf und sein Team aus einem negativen Vorfall eine kreative Idee, genauer gesagt den Wettbewerb „Gesichter für ein gesundes Miteinander“. Mitmachen können alle, die mit Engagement zum gesellschaftlichen Zusammenhalt beitragen – immer in Verbindung mit Gesundheit und Vorsorge. 2025 gewann eine Initiative ukrainischer Jugendlicher, die in deutschen Altenheimen als Clowns für heitere Stunden sorgten.

Bei all dem wird PR gleich mitgedacht, denn: „Keine Aktion von mir ohne 360-Grad-Kommunikation“, sagt der DAK-Mann. Wie der Krankenversicherer abseits von Kampagnen für Clippings sorgt, was den Ausbilder Rüdiger Scharf ausmacht und warum für den DAK-Kommunikator Content wieder wichtiger wird, das und mehr erfahrt ihr in der neuen Ausgabe der „Monsters of Content Marketing“.

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